Sonderabfall in der Sandkuhle Dangast – ZV wies früh darauf hin

Leo Klubescheid (ZV) äußert sich in einer Presseerklärung zu den drohenden Sanierungskosten in der Sandkuhle Dangast. Diese Presseerklärung ist im Folgenden im Original wiedergegeben:

Große Mengen Sonderabfall als Altlasten in der Sandkuhle Dangast – Wer zahlt die teure Sanierung

Schon ab 2013 haben Zukunft Varel, MMW, die Bürgerinitiative Dangast, besorgte Bürger sowie Zeitzeugen mit Wort, Schrift, Fotos und Berichten der Verwaltung dokumentiert, dass in der Sandkuhle in großer Menge und Vielfalt Fässer, Emballagen mit giftigen Stoffen, andere Sonderabfälle, Gewerbeabfälle und Hausmüll lagern. 

ZUKUNFT VARTEL hat in dieser Zeit öffentlich, wiederholt und in Anwesenheit des späteren Käufers auf diesen Umstand hingewiesen und den Kurdirektor und den Bürgermeister gebeten, den Sachverhalt abzuklären, damit die Stadt bei einem evtl. Verkauf der Flächen nicht regresspflichtig wird. Diese Bedenken wurden vom Kurdirektor „ausgeräumt“ mit dem Hinweis, dass Regressansprüche nicht zu befürchten seien, da der Käufer die Flächen mit dem Wissen über potentielle Ablagerungen –so wie gesehen- übernimmt.

Auch der Landkreis hat noch im März 2014 –also wenige Tage vor dem Abschluss des Kaufvertrages- in einem Schreiben darauf hingewiesen (Original-Zitate),

  • Dass die Möglichkeit besteht, dass bei Bau- und Aushubarbeiten Böden mit Verunreinigungen angetroffen werden, die in einer geeigneten form saniert werden müssen, um die geplante Nutzung gefahrlos zulassen zu können,
  • Dass der Ausschluss der Restrisiken im Hinblick auf Bodenverunreinigungen nur durch eine entsprechend detailliert ausgeführte Baugrund- und Altlastenunter-suchung erbracht werden kann.

Am 17.04.2014 wurde der Kaufvertrag geschlossen. Die Warnungen, eventuell in Regress genommen zu werden, wurden von der Verwaltung als „reines Störfeuer“ abgetan. Angesichts der immensen Kosten von 500.000 EURO (nach Experten mehr) war eine solche Haltung schon hoch fahrlässig und wird angesichts der jetzt drohenden Freistellungskosten einfach unverständlich.

In der Sitzung des Planungsausschusses vom 8.4.2015 wurden dann die Befürchtungen zur Gewissheit, denn  aufgrund der notwendig gewordenen Änderung des Flächennutzungsplans, gingen  damit  Probebohrungen zu Altlasten einher, welche die schon befürchteten Ergebnisse brachten.

Es ist unverantwortlich und nahezu frech, wenn der Kurdirektor im Gemeinnützigen vom 1. Juli 2020 jetzt die „Schuldfrage“  stellt und diese „der Stadt“ –also uns Allen- zuweist. Vielmehr ist die Frage zu stellen, „wie es dazu kommen konnte und wer die Verantwortung dafür trägt, dass trotz der vielen Hinweise zur Altlastenproblematik in der Sandkuhle und trotz besseren Wissens  das Areal  als lastenfrei verkauft wurde. 

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